brief an verkaufsleiter

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Im Rahmen einer Blogparade mit dem Thema „Zur Sache Chef!“ initiiert von Heike Lorenz in ihrem Blog: http://www.das-unternehmerhandbuch.de

schreibe ich als Autoverkäufer einen Brief an meinen Verkaufsleiter (den ich so wirklich gerne schreiben würde…) :

Lieber Chef,

für Sie als Verkaufsleiter der mich und meine Kollegen disziplinarisch führt, gibt es im täglichen Miteinander einfach mittlerweile zu viele Dinge die Sie und mich das eigentlich schöne am Beruf des Autoverkäufers vermissen lassen.
Vielleicht wissen sie es nicht mehr, aber sie haben mich damals eingestellt damit ich Autos verkaufe!

Ein Autoverkäufer verkauft Autos… – aber dazu kommt er nur sehr selten…

Ein eigentlich einfacher Auftrag – ein tolles, hochwertiges und sicherlich faszinierendes Produkt an jemanden zu verkaufen der dieses Produkt haben will und gerne meine Dienstleistung annimmt.

Leider hat sich zwischen „damals“ und „heute“ viel, ja leider sehr viel verändert und mittlerweile bin ich im Autohaus zwar angestellt, aber mein Arbeitsauftrag hat nur noch im entferntesten etwas mit dem Verkaufen von Autos zu tun. Lieber Chef, sie schielen mittlerweile nur noch auf Ihre Stückzahlen, die einzelnen Absatzmengen und beobachten die dritte Nachkommastelle bei den Kundenzufriedenheits-Abfragen

Leider haben sie uns Verkäufer noch nie gefragt was Sie mein lieber Verkaufsleiter tun könnten damit „wir“ mehr Autos verkaufen – und deshalb möchte ich Ihnen mit diesen Zeilen einfach mitteilen dass wir:

mehr Autos verkaufen könnten – wenn wir einfach wieder verkaufen würden

anstatt uns täglich mit zig Aufgaben zu beschäftigen die sie uns im Laufe der Jahre einfach still und heimlich „untergeschoben“ haben. Nehmen sie uns den Bürokratismus – nehmen sie uns die zig Formulare, die unzähligen Computeranwendungen mit fast täglich wechselnden Passwörtern die sich kein Mensch mehr alle merken kann.

Lassen sie uns wieder nur noch eine Tätigkeit ausüben: Verkaufen!

Wir sind weder Datentypisten, Sachbearbeiter, Disponenten oder Wagenpfleger bzw. Mechatroniker – warum müssen wir dann auch diese Tätigkeiten ausführen?
Lassen sie uns einfach wieder VERKAUFEN – so wie schon vor Jahrzehnten, und seien sie dann aber nicht neidisch wenn wir diesen Verkaufsauftrag auch mit monetärem Erfolg krönen können -wenn es uns (finanziell) gut geht, geht es auch dem Autohaus gut – für Ihren Vertrag sind sie selber verantwortlich!

Wir brauchen keinen Druck von Ihnen, damit wir verkaufen, dies übernimmt schon unsere Familie und das Leben wenn wir mit 450-600 Euro brutto Fixum den Monat beginnen! Bei ner durchschnitlichen Provision am Premium-Neuwagen von ca. 350.- Euro brutto kann sich jeder mit kaufmännischen Grundkenntnissen sehr schnell unfallfrei ausrechnen wie viele Autos er Monat für Monat verkaufen MUSS um überleben zu können!

Anstatt noch 2-3 Verkäufer einzustellen und somit eine komplette Verkäufermannschaft mürbe und kaputt zu machen sollten sie lieber dafür sorgen dass „ihre“ Mannschaft motiviert ist und bleibt – und Motivation heißt nun mal für uns Verkäufer Geld zu verdienen und Spaß an der Arbeit zu haben – oder andersrum:

Sorgen sie dafür dass wir den ganzen Tag mit Spaß und Freude an die mittlerweile sicherlich nicht einfacher gewordenen Kunden Autos verkaufen und dabei Geld verdienen können und wir garantieren Ihnen dass sie sich keine Sorgen mehr um Ihre Absatzziele und Kundenzufriedenheitsabfragen machen müssen.

Mit kollegialen Grüßen,

Ihr Verkäufer