Wie Versicherer beim KFZ-Gutachter Kosten sparen (wollen)

//Wie Versicherer beim KFZ-Gutachter Kosten sparen (wollen)

Wie Versicherer beim KFZ-Gutachter Kosten sparen (wollen)

Die Kfz-Haftpflicht ist nicht nur Pflicht für jeden Fahrzeugbesitzer sondern natürlich auch bei vielen Fahrzeugen sehr teuer, und dennoch für viele Versicherungen ein Draufzahlungsgeschäft: Mit Schadensquoten von über 100 Prozent mussten die Unternehmen in den letzten Jahren oftmals mehr auszahlen, als sie über die Beiträge eingenommen haben.

Nicht zuletzt herrscht deswegen nun Sparzwang den allerdings weniger die Versicherten, sondern vielmehr die Unfallgegner, die den Schaden haben zu spüren bekommen. Unter Anwälten und Kfz-Sachverständigen sind die vielfältigen Spar-Methoden der Versicherer mittlerweile hinlänglich bekannt, unter den Unfallopfern allerdings weniger. Und oftmals geben sich die meisten der Geschädigten mit weit weniger Geld zufrieden, als ihnen eigentlich zustehen würde.

Viele Geschädigte machen gleich am Anfang einen folgenschweren Fehler: Sie telefonieren persönlich mit der gegnerischen Versicherung um eine Schadensnummer. In der Unfallhotline lässt sich ein Sachbearbeiter Unfallhergang und Schäden schildern und nimmt auch gleich die persönlichen Daten auf, mit denen der Geschädigte in der Uniwagnis-Datei überprüft werden kann. Ist absehbar, dass die Sache teurer wird, bietet der Versicherer in der Regel an, einen Sachverständigen vorbeizuschicken. Klingt praktisch, ist aber äußerst riskant da die Versicherung versucht, die Kosten so niedrig wie möglich zu halten – und dies beginnt meistens und in vielen Fällen mit dem Kfz-Gutachter bzw. Kfz-Sachverständigen.

Zwar entsenden die wenigsten Versicherungen hauseigene Mitarbeiter, sondern beauftragen freie Gutachter oder Firmen wie die Dekra oder den TÜV – allerdings sind alle Gutachter und Firmen natürlich auch bestrebt zukünftig weiterhin für die Versicherung arbeiten zu dürfen, und entsprechend wohlwollend fallen unter Umständen ihre Expertisen aus – getreu dem Motto: Dessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing! Anders sieht es da schon bei den „richtig“ freien KFZ-Sachverständigen wie bespielsweise dem KFZ Gutacher Crone in Berlin aus.

Nicht nur Stundenverrechnungssätze werden in der Regel viel zu niedrig angesetzt, sondern auch Ersatzteilaufschläge, Transportkosten oder auch den Einsatz teurer Messinstrumente werden oftmals im jeweiligen Gutachten nicht berücksichtigt, so die Erfahrung vieler freier KFZ-Gutachter.
Wenn nach einem Totalschaden der Restwert des verunfallten Fahrzeugs ermittelt werden soll, würden auch extrem dubiose und teilweise sehr fragwürdige Angebote aus überregionalen Restwertbörsen für den Ankaufswert des Unfallfahrzeugs herangezogen. Übliche Prasix ist es auch bei einer Reparatur die Nutzungsausfallentschädigung und die merkantile Wertminderung erst auf Nachfrage hin zu berücksichtigen bzw. zu berechnen.

Per Gesetz müssen Geschädigte nach einem unverschuldeten Unfall so gestellt werden, als wäre der Schaden gar nicht eingetreten – aber dies ist in über der Hälfte aller Fälle eben nicht der Fall schätzt die Branche. Es wird immer wieder empfohlen nach einem unverschuldeten Unfall die gegnerische Versicherung erstmal ganz aus dem Spiel lassen und sich zunächst einen guten Verkehrsrechtsanwalt zu suchen. Wenn die Schuldfrage klar ist und die Versicherung zu 100 Prozent haftet, muss sie das Honorar des Verkehrsrechtsanwalt voll übernehmen. Desweiteren hat man grundsätzlich das Recht auf ein unabhängiges Schadensgutachten seines Fahrzeugs. Es liegt in der Natur der Sache, dass ein Schadensgutachten eines unabhängigen KFZ-Sachverständigen in aller Regel deutlich höher ausfällt als eines, das der Gutachter der Versicherung erstellt hat.

Viele Versicherungen begutachten dann ihrerseits das Gutachten des „fremden“ Gutachters und starten daraufhin möglicherweise ein Streichkonzert der diversen Positionen. Unterstützung holen sich die Versicherungen dabei von externen Prüfdiensten wie Control Expert oder Eucon – in Ausnahmefällen schickt die Versicherung sogar einen Gutachter ihrerseits zu einem Gegengutachten.

Bei all dem Procedere ist der Geschädigte mangels Kenntnissen kaum als Fachmann geeignet und hüpft so von einem Problem zum anderen – und „knickt“ irgendwann ein, oder scheitert aufgrund von seinen nicht vorhandenen Kenntnissen an dem Zick-Zack-Kurs der jeweiligen Versicherung. Ein Verkehrsrechtsanwalt der hartnäckig auf sein Recht beharre, der komme in der Regel auch an das Geld, das ihm bzw. seinem Mandanten zusteht – klingt komisch, ist aber gelebte Praxis.

By | 2015-12-28T13:55:56+00:00 Dezember 28th, 2015|Empfehlungen|0 Comments

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Mein Name ist Frank* ich bin 39 Jahre alt und zertifizierter Automobilverkäufer. Seit nunmehr 17 Jahren verkaufe ich Automobile im Premiumsegment, Hier im Blog schreibe ich über meine persönlichen Erlebnisse und Ansichten. (*Name wurde geändert)

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