Nun war es wieder mal soweit – in meinem Email-Postfach war eine Email über die sich alle in meinem Autohaus freuten, alle bis auf die Verkäufer!

Die Gewerkschaft hat es geschafft das die Entgelte ab dem ersten Juli 2013 um durchschnittlich 3,4, ab Mai 2014 weitere 2,2 Prozent steigen werden – Schön oder? Mein Fixum bleibt auf dem seit 20 Jahren (!!!) unangetasteten Wert bei unter 500 Euro(!!!) – des einen Freud, des anderen Leid – denn wie ich bereits in diesem Bericht http://www.automobilverkaeufer-blog.de/automobilverkaeufer-und-das-fixum/ schon mal vorgerechnet habe:

zwei einfache Rechnungen zeigen das Dilemma:

Wenn ich als Ausgangswert 450 Euro Fixum annehme, komme ich bei einer jährlichen Lohnerhöhung von lediglich 4% bereits über diese 20 Jahre zu mehr als einer Verdoppelung des Fixums auf 986 Euro!!!

Im gleichen Zeitraum betrachte ich auch die Inflation und nehme eine Rate von 1,2% an jährlicher Inflation für die letzten 20 Jahre – im Ergebnis heißt dies, dass der damalige Betrag von 450.- Euro nun einem Betrag von 354,- Euro entspricht – ein Kaufkraftverlust von 96.- Euro oder 21%.

seit 1993: 21% weniger in der Lohntüte, anstatt 54% mehr

Ich kenne keinen Arbeitnehmer der in seinem Tätigkeit als Angestellter einen Inflationsverlust von 21% über die letzten 20 Jahre hinnehmen musste… – Sie?

Aber leider sind wir Automobilverkäufer mit unseren Gehältern nicht bei diesen Tarifrunden der Gewerkschaft berücksichtigt. Warum das so ist würde einen eigenen Blog zur Gänze füllen,

Fakt ist aber: Wir Automobilverkäufer hängen mit unserem Gehaltsbaustein „Fixum“ in einer eiskalten Progression.

Auch die Provision wurde innerhalb der letzten Jahrzehnte immer wieder angepasst – und viele Betriebe und Automobilhersteller berufen sich darauf, dass der Automobilverkäufer ja fast jährlich auch eine Gehaltserhöhung bekommt, wenn die Automobilhersteller ihre Preiserhöhungen in den Markt drücken – allerdings ist das natürlich nur Schönfärberei eines durchaus ernsten Themas.

Witzigerweise kann KEIN Automobilhersteller, auch nicht auf Nachfrage, detailiert erklären welche Tätigkeiten des angestellten Automobilverkäufers mit Zahlung des Fixums abgegolten sind – wir Autoverkäufer übrigens auch nicht!

Allerdings:

Wenn die IG-Metall meine Kollegen in der Werkstatt aufruft ihre Forderungen durch einen Warnstreik durchzudrücken, dann folgen meine Kollegen diesem Aufruf, streifen sich die rote Plastikweste drüber, die Trillerpfeife in den Mund und stellen sich zusammen und demonstrieren für ihre Forderungen – dafür gebührt ihnen mein allerhöchster Respekt, denn bei uns Automobilverkäufern herrscht diese Einheit, diese Geschlossenheit nicht – und gerade diesen Missstand wissen „unsere“ Arbeitgeber geschickt auszunutzen!