Mobile.de lanciert Neuwagenbörse – der nächste Teil des Horrorszenarios?

//Mobile.de lanciert Neuwagenbörse – der nächste Teil des Horrorszenarios?

Mobile.de lanciert Neuwagenbörse – der nächste Teil des Horrorszenarios?

In einer Pressemitteilung verkündet Mobile.de spätestens ab Herbst 2013 eine Neuwagenbörse im Internet zu integrieren! Solche Nachrichten sollten uns Autoverkäufer wachrütteln!

Für einen Autoverkäufer der Neuwagen verkauft gibt es eigentlich nur ein Reizwort welches seine ganze Ausbildung, sein Tun und die berufliche Zukunft in Frage stellt: INTERNET – oder konkretisiert:

Neuwagen-Angebote im Internet

Das Internet verändert alles – und eigentlich sind wir Automobilverkäufer ja immer noch in einer Branche inder das World-Wide-Web noch nicht so gnadenlos zugeschlagen bzw. durchgeschlagen hat, wie in anderen Branchen – Noch! Denn nachdem im Buch / CD / Bekleidungsvertrieb die Recourcen nahezu ausgeschöpft sind orientieren sich Branchengrößen mittlerweile verstärkt anderweitig und was liegt näher als der Automarkt.

Kennt Ihr noch die Schwacke-Liste?

schwacke-listeIm Gebrauchtwagenbereich kennen wir dies schon seit langem – da hat die gute alte Schwacke-Liste – dieses monatlich erschienende Machwerk welches für einen Automobilverkäufer wie eine Bibel war (nicht nur wegen der dünnen Seiten…) schon lange den beiden Internet-Börsen Autoscout24.de und Mobile.de den Platz zur Preisermittlung überlassen – und alles und jeder orientiert sich nur noch an diesen beiden Börsen – Einkäufer (also Kunden) und Verkäufer.

billig, billiger, am billigsten

Ich persönlich verstehe ja nach-wie-vor nicht warum diese beiden Internet-Gebrauchtwagen-Börsen auch noch neben dem Preis (den billigsten zuerst) andere Listen-Sortierungs-Kriterien anbieten – denn: nachdem jemand alle ihm wichtigen Suchkriterien eingestellt hat und auch die regionale Reichweite in Kilometern bestimmt hat regiert eigentlich nur noch ein Thema – finde den günstigsten Gebrauchtwagen!

So machen es Einkäufer im Autohaus, Käufer von Gebrauchtwagen und auch Verkäufer die dem Kunden den Altwagen in Zahlung nehmen wollen – Jeder! Witzigerweise denke ich dass die Sortierungsfunktion die teuersten Gebrauchtwagen absteigend anzuzeigen nur noch von Inzahlungnahmekunden benutzt wird damit sie eine Gesprächsgrundlage bei der Verhandlung haben könnten… könnten – denn ein Klick weiter wird ihnen der Verkäufer diese Illusion vom hohen Preis zerstören indem wieder der günstigste bzw. billigste in der Liste ganz oben steht…

Aber ich schweife ab!

Neuwagen im Internet sollte ja das Thema sein… – So neu ist das Thema im Grunde genommen eigentlich nicht, denn schon seit Jahren haben gewiefte Autohändler diese Gebrauchtwagenbörsen dazu benutzt ihre Lagerwagen mit anzubieten. So Floskeln wie „wird als Vorführwagen zugelassen“, „abzugeben nach 3 Monaten“ oder „Tageszulassung“ machten aus Neuwagen vermeintliche Gebrauchtwagen und so mancher Abmahnverein machte sich einen Spass daraus hier ein unlauteres Angebot zu erkennen. Nun sollen also Neuwagen auch als Neuwagen angeboten werden – Löblich!

Lagerwagen und Händler-Erstausstattungen sind prädestiniert für ein Internet-Portal

Viele deutsche Automobilhersteller unterscheiden sich im Vertrieb vom Automobil-Importeur dahingehend dass sie die Fahrzeuge noch individualisiert bauen (können) – und somit der Kunde sich genau sein Wunschauto zusammenstellen kann. Diese Sonderausstattungs-Schlacht ist aber eigentlich vom Hersteller nicht mehr gewollt – denn dadurch produziert zwar ein Hersteller Fahrzeuge bei denen er sich sicher sein kann dass die sofort verkauft werden und nicht (!) auf Halde stehen, aber durch diese extreme Individualisierung hat ein Hersteller neben dem täglichen Kampf mit dem Zulieferer natürlich auch das Problem dass er die Produktion gleichmäßig auslasten muss – und somit werden Fahrzeuge auf Halde produziert – Lagerwagen also die sicherlich eine gute, wenn auch einheitliche Ausstattung und Farbe haben.

Nachdem aber Lagerwagen auf Käufer warten müssen kosten diese Geld – und zwar doppelt und dreifach – denn durch diese extreme Sonderausstattungs-Schlacht passt eigentlich ein Lagerwagen nie (!) auf die Wünsche des Käufers – und so muss der Käufer mit tollen Marketingmaßnahmen dazu bewegt werden dass ihm ein Lagerwagen dann doch passt. Hier sind unsere Importeure deutlich effektiver – max. 4-5 zusätzliche Sonderausstattungen bzw. Pakete, 8 verschiedene Lackierungen, Punkt. Das was sich aufgrund des langen Transportweges nur so darstellen ließ hat sich in vielen Ländern etabliert – oder glauben sie, dass jeder (!) Käufer in China oder USA bei der Sonderausstattung in den deutschen Premiumprodukten individualisieren kann?

Ende der Sonderausstattungs-Individualisierung-Schlacht

Wir Automobilverkäufer können bereits heute davon ausgehen dass diese Sonderausstattungs-Schlacht bald zu Ende sein wird – wer es noch nicht glauben will denkt mal über „Flottenpakete“ nach. Es hat sich einfach bewährt bestimmte Fahrzeuge mit gewisser Sonderausstattung „von Haus aus“ auszustatten und nur bestimmte Farben für Flotten freizugeben, sowohl im Restwert und / bzw. somit im Abverkauf als gebrauchtes Fahrzeugs nach der Leasingzeit beim Flottenkunden.

identische Fahrzeuge zum identischen Preis

Unsere Kollegen im Gebrauchtwagenverkauf „leiden“ nämlich heute schon darunter wenn 300 identische Gebrauchtwagen auf neue Käufer warten… – denn, was wird wohl das entscheidende Kriterium beim Kauf sein wenn 300 identisch ausgestattete Fahrzeuge mit ähnlichen Kilometerständen angeboten werden? Richtig: der Preis!

Neuwagenbörse = Händlernetzbereinigung durch Dritte

mobile - neuwagenbörseWenn also nun Mobile.de in der Pressemitteilung die Lancierung einer Neuwagenbörse propagiert sollten bei uns Automobilverkäufern und deren Arbeitgebern, den Autohäusern die Alarmglocken schrill läuten, denn dies ist nichts anderes als eine weitere Runde in der Händlernetzbereinigung – denn in einer Neuwagenbörse wird dem vermeintlichen Käufer, der am Küchentisch in Castrop-Rauxel nach einem Neuwagen Ausschau hält natürlich die „verderbliche“ Ware, die Lagerwagen nun mal darstellen, offeriert. Zig identisch ausgestattete Fahrzeuge – bis auf die letzte Schraube gleich ausgestattet und auch preislich absolut identisch!

Der Käufer am Küchentisch in Castrop-Rauxel hat keine Unterscheidungskriterien mehr – es ist ja alles identisch – somit wird das gleiche passieren wie im Gebrauchtwagengeschäft mit Flottenfahrzeugen: Der Preis entscheidet! Er muss ja nicht mehr ins Autohaus und sich mit Autoverkäufern unterhalten – er hat ja alles auf dem Bildschirm was er braucht!

Autoverkäufer, Glaspaläste? Wozu?!?

Er kauft den silbernen XXX mit Paket YYY und bezahlt dafür ZZZ. Die Auslieferung kann dann der Händler vor Ort übernehmen – der dann zum ersten Mal den Kunden sieht (und vielleicht auch zum letzten Mal…) – ansonsten kann der Kunde auch noch in den werkseigenen Auslieferungszentren sein Fahrzeug übernehmen und sucht sich „sein“ Autohaus erst zur Inspektion.

Halt, Stop

– vielleicht sieht der Verkäufer den Kunden doch noch vor der Inspektion – und zwar bei einer Probefahrt die er im Internet gebucht hat… – oder bei der (Nach-)Erklärung von gewisser erklärungsbedürftiger Sonderausstattung… – und somit wird schnell eins klar – Neuwagenbörsen werden zum Jobkiller bzw. zunächst zum Gehaltskiller von Automobilverkäufern!

Natürlich wird man ihnen erzählen dass sie ja die Chance haben bei der Probefahrt eine Kundenbeziehung aufzubauen die den Kunden dann schlussendlich dazu bewegen soll doch bei ihnen zu kaufen – dieses Märchen hat auch mein örtliches Reisebüro geglaubt bei dem ich immer meine Kataloge abgeholt habe um dann die Reise IM INTERNET ZU BUCHEN. Mittlerweile bietet er Reisen in seinem Reisebüro eigentlich gar nicht mehr aktiv an sondern ist eine GLS-/Hermes und Postfiliale bei dem man auch einen Reisetipp bekommen kann…

Google & Co. kommen erst noch

Spätestens wenn der Suchmaschinen-Monopolist GOOGLE auf den Zug aufspringen wird und auch in Germany eine Autobörse im Internet offeriert wie er es bereits in anderen Kontinenten derzeit sehr erfolgreich testet, werden Automobilverkäufer zu Auslieferern und Probefahrts-Übergebern.

Neuwagen-PreisvergleicheNach den Neuwagenbörsen werden sicherlich Preis-Vergleichsportale wie billiger.de, check24.de, trivago.de etc. dann auch noch die Auto-Angebote miteinander vergleichen und mit diesen Tools am Küchentisch in Castrop-Rauxel hat der Kunde den wir gar nicht kennen, nicht sehen und auch keine Beziehung aufbauen können uns Autoverkäufer endgültig abgeschafft!

Horror-Szenario? Was denkt ihr?

By |2013-06-29T08:36:26+00:0029.06.2013|Allgemein|11 Comments

About the Author:

Mein Name ist Frank* ich bin 39 Jahre alt und zertifizierter Automobilverkäufer. Seit nunmehr 17 Jahren verkaufe ich Automobile im Premiumsegment, Hier im Blog schreibe ich über meine persönlichen Erlebnisse und Ansichten. (*Name wurde geändert)

11 Comments

  1. Stephan Jackowski 1. Juli 2013 at 18:28 - Reply

    Hallo, sehr interessanter Artikel. „Händlernetzbereinigung durch Dritte“ klingt hart, aber ist durchaus denkbar. Der Handel sollte sich in jedem Fall um den Online-Verkaufskanal kümmern. Viele Betriebe sind leider noch nicht so weit. Aber der klassische Automobilhandel im Autohaus wird sich wandeln, vielleicht noch nicht heute oder morgen, aber in den nächsten Jahren. Auch im Service ist dies natürlich ein Thema. Ich habe dazu einen Blog-Beitrag geschrieben:

    http://carszweinull.wordpress.com/2013/06/24/werkstattportale-im-internet-chance-oder-risiko-fur-kfz-betriebe/

    Vielleicht können wir unsere Blogs ja vernetzen?
    Viele Grüße,
    Stephan Jackowski

    • Frank 1. Juli 2013 at 19:43 - Reply

      Hallo Stephan,
      ich denke schon dass die Änderungen immer schneller kommen werden, und das „morgen“ bald schon „heute“ sein wird, nicht erst die „nächsten Jahre“. Der Trend weg vom klassischen Automobilverkauf mit seinen Automobilverkäufern ist sichtbar, fühlbar und auch von den Herstellern mittlerweile eingeschlagen – schau ich mir „Audi City“ an oder das Projekt das BMW nun mit seinem Elektroauto vertriebsseitig aufbaut…

      Gruß und viel Glück mit Deinem Blog,

      Frank

  2. Derek Finke 2. Juli 2013 at 21:17 - Reply

    Frank,

    aus Deiner Perspektive als Automobilverkäufer im autorisierten Handel sind Überschrift und Inhalt Deines Artikels absolut nachvollziehbar. Und ich denke, Du übertreibst da auch nicht.
    Niemand hat die Glaskugel und kann sagen, wann der Einfluss des Netzes so groß sein wird, dass es der Branche in der Breite so richtig weh tun wird. Fakt ist, unsere Branche befasst sich viel zu wenig mit den Chancen und Möglichkeiten und viel zu viel mit den (natürlich vorhandenen) Risiken. Und der Prozess des Wandels wird von großer Dynamik geprägt sein, ich würde heute für keinen Hersteller der Welt mehr ein Autohaus in Form von Bau, Steine und Erden errichten.

    Kaum ein Autohaus hat sich jemals die Frage gestellt, warum ein Kunde ausgerechnet bei ihm kaufen sollte?! Die Antworten auf diese Frage sind immer gleich: Weil wir die Tollsten, Billigsten, Besten, Qualifiziertesten, Zuverlässigsten sind. Dieses Bla, bla behaupten aber alle. Und was soll der Kunde nun machen, außer über den Preis zu gehen? Zumal auch noch die Produkte, Abläufe usw. bei allen irgendwie gleich sind?!

    So lange alle das Gleiche tun, solange es keinen tieferen Grund für den Kunden gibt, ausgerechnet zu Dir und nicht zu XY zu gehen, solange wird es ein gnadenloses Aussieben über den Preis geben. Schau Dir erfolgreiche Marken an! Warum agiert z. B. Apple in einer anderen Liga? Weil die nicht nur (qualitativ) gute Produkte haben, sondern eben auch konsequent ihre Markenwerte leben. Dabei gibt es x-verschiedene andere Anbieter im Bereich Computer, Smartphone und Tablet-PC. Aber die da aus Cupertino sind dennoch mega erfolgreich.

    So etwas kann man auch im Autohaus zelebrieren, aber dafür muss die Grundlage gelegt werden. Dazu gehört im weiteren Verlauf auch das geschickte Spiel mit den Online Medien. Da gibt es noch so viele ungenutzte Möglichkeiten.

    Beste Grüße,
    Derek

    • Frank 3. Juli 2013 at 04:32 - Reply

      Hallo Derek,
      toll, Danke für diesen wirklich fundierten Kommentar!

      Kaum ein Autohaus hat sich jemals die Frage gestellt, warum ein Kunde ausgerechnet bei ihm kaufen sollte?!…Dieses Bla, bla behaupten aber alle.

      Ich denke – genauso wie Du – dass sicherlich hier der Ansatz zum (Um-)denken versteckt ist, allerdings ist es doch so, dass weder der Hersteller noch das Autohaus hier die wirkliche Wahrheit hören / lesen will – denn die Kundenzufriedenheits-Abfragen hätten das Potential diese Frage beantworten zu können, wenn nicht die Autohäuser den Kunden bewusst soweit „manipulieren“ bis dieser ein Zeugnis vom Autohaus / vom Verkäufer / von seinen Beweggründen gerade „hier“ gekauft zu haben, abgibt, das nichts mehr mit der Realität zu tun hat…

      …Zumal auch noch die Produkte, Abläufe usw. bei allen irgendwie gleich sind?! So lange alle das Gleiche tun, solange es keinen tieferen Grund für den Kunden gibt, ausgerechnet zu Dir und nicht zu XY zu gehen…

      Auch hier denke ich, dass dieser Hersteller-vorgegebene „Einheitsbrei“ an Verkäufern und Verkäuferqualität eine der Ursachen ist, warum der Kunde lediglich über den Preis seine Entscheidung treffen kann… Derek, du hast schon Recht: Ich persönlich kann nichts besser, kann nichts anderes als der Verkäufer XY vom gleichen Markenhändler 20km weiter oder auch 500km entfernt… – dies macht uns nicht nur vergleichbar sondern auch auswechselbar – für Kunden und Chefs…

  3. Stephan Jackowski 3. Juli 2013 at 06:24 - Reply

    Hallo, ich möchte noch einen wichtigen Faktor ergänzen, der bei der Diskussion über Online Kanäle und die Zukunft des Autoverkaufes oft im Hintergrund steht: Den Kunden. Wie kauft oder sucht ein Kunde aktuell und künftig eigentlich ein Fahrzeug? Darüber sollten die Autohäuser eher nachdenken, als sich nur mit sich selbst oder den ach so bösen Online Börsen zu beschäftigen. Grüße, Stephan

    • Frank 3. Juli 2013 at 06:46 - Reply

      Hallo Stephan,

      Wie kauft oder sucht ein Kunde aktuell und künftig eigentlich ein Fahrzeug?

      Natürlich ist diese Frage berechtigt, und wenn man mal „Audi City“ und das BMW i-Projekt ansieht dann noch ein wenig über das Engagement von mobile.de und Überlegungen des ZdK siniert dann wird schnell klar, dass so ziemlich alle davon ausgehen dass der Kunde in Zukunft verstärkt zum Medium Internet tendieren, und dort sein Auto suchen wird. Sehr viele Autohäuser haben bisher diesen Trend verschlafen, oder mauern (noch) – allerdings kann ich Dir aus eigener Erfahrung sagen, dass das was uns Automobilverkäufern über das Internet und schlußendlich über das Lead-System zur Weiterbearbeitung vorgelegt wird mehr als unbefriedigend ist – sowohl für den Verkäufer als auch für das Autohaus. Ich werde in einem meiner nächsten Blogs mal wieder ausführlich über diese Leads schreiben, sei gespannt… 😉
      Aber vielleicht sind gerade diese Leads derzeit eine Art „Live-Test“ und die Autohäuser die hier ihr Potential bereits heute ausschöpfen werden morgen mit dem neuen Vertriebskanal nicht mehr nur Pionier sondern schlußendlich auch Profiteur sein.

  4. DanLow 3. Juli 2013 at 07:32 - Reply

    Absolute Zustimmung Frank

    Es gibt aber im Grunde eine ganz einfache Lösung für das Problem.
    Der gesamte konventionelle Autohandel macht die Türen zu und schmeißt alle Leute raus. Alle Autohäuser bleiben dicht. Die Tore bleiben zu. Tausende von Leuten verlieren Ihren Job, da war Schlecker ein klacks. Der Onlinevertrieb hat dann seine 15 qm Büros mit ein paar Computern und zwei drei Leuten. Kann der die Arbeitsplätze auffangen? Niemals.

    Werkstattleistungen? Ach, es gibt ja Werkstattvergleichsportale … alles vergleichen, AAALLLLESSS vergleichen …. billig billig billig

    So. Keiner kann dann seit Jahrzehnten bestehende mittelständige Unternehmer in dritter Generation ausnutzen (gibt ja div. Autohäuser in der Form) um sich ewig beraten zu lassen, zig Probefahrten zu machen und Prospekte mitnehmen nur um das Auto dann wegen billigeren Preis letztendlich doch im Internet zu bestellen. Autohäuser die Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen und Ihren Mitarbeitern eine soziale Absicherung gewähren.

    Der ganze Internethandel, egal in welcher Branche, funktioniert doch zum größten Teil nur deshalb, weil der konventionelle Handel sich ausnutzen lässt ohne Widerstand zu leisten.

    Es wird sicher ein paar Leute geben die sich alles selbst erklären … und die ein Auto einfach blind bestellen, weil die halt so ticken. Aber wie viele sind das? Wie viele würden plötzlich feststellen das die in Ihrem neuen Auto gar nicht bequem sitzen können, weil Sie es ja vorher nicht getestet haben? Oder das das Fahrzeug zu unübersichtlich ist? Das keine 3 Kindersitze nebeneinander hinten rein passen?

    Klar, viele Autohäuser haben den Trend total verpennt und wollen sich nicht anpassen. Oder können es vielleicht nicht. Dennoch dachte ich immer es gibt sowas wie soziale Marktwirtschaft in Deutschland ….

    Typisch Mensch: Geiz ist Geil und erst merken was man am Autohaus hatte wenn es auf einmal weg ist.

    Jeder sollte mal ganz gründlich über seinen Job nachdenken wie er durch das Internet ersetzt werden kann. Oder durch ein Programm. Oder sonst wie. Mieses Gefühl oder?

    Preis/Leistungsverhältnis! Oft wird davon geredet, keiner weiß anscheinend mehr so richtig was es bedeutet.

    Ich muss immer wieder daran denken > http://de.wikipedia.org/wiki/In_the_Year_2525

    Irgendwann haben wir uns alles so stark vereinfacht, so stark rationalisiert und bekommen jede kleinste Kleinigkeit und Arbeit abgenommen das wir gar nicht mehr wissen warum wir noch existieren.

    Ich überlege langsam ernsthaft in die Immobilienbranche zu wechseln.
    Wobei bald wohl selbst Häuser und Wohnungen im Internet vertickt werden. Mit VR-Brillen (Google Glass ist ja nur die Spitze des Eisbergs) den virtuellen Rundgang im neuen Zuhause, direkter Link zu Ikea und alles wird virtuell eingerichtet. Vorher wird dann mit so einem kleinen Irobot und einer Google Street View Mini-Kamera oben drauf jeder Winkel der Wohnung aufgenommen.

    Das Internet entwickelt sich immer mehr als Fluch, weniger als Segen …

    • Frank 3. Juli 2013 at 10:01 - Reply

      Hallo DanLow,

      Das Internet entwickelt sich immer mehr als Fluch, weniger als Segen …

      Fluch und Segen sind meist miteinander verknüpft 😉
      Ich denke der pragmatische Ansatz macht hier am meisten Sinn – getreu dem Motto: „Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit“ – was im Umkehrschluß für uns Automobilverkäufer heißt dass sicherlich innerhalb der kommenden Jahre der Verkäufer eher zum Multimedia-Bildchenvorführer und Probefahrten-Übergeber verkommen wird, das Gehalt wird auch eingedampft, und die Masse an Verkäufern wird auch nicht mehr benötigt. Die „alten“ Verkäufer werden noch hoffen dass sie bis zur Rente noch „durchhalten“ bzw. dass die Trendwende erst kommt wenn sie bereits in Rente sind. Die ganz frisch fertigen Verkäufer verabschieden sich verstärkt schon nach 1-2 Jahren nach der Nachwuchsverkäufer-Ausbildung und diejenigen die diese Trendwende am schlimmsten treffen wird sind die Verkäufer die heute 35-50 Jahre alt sind, eigentlich (noch) anständiges Geld verdienen, über die geleisteten Stunden im Monat nicht nachdenken und die loyal zum Unternehmen sind – die wird´s am härtesten treffen wenn der Kunde am Küchentisch in Castrop-Rauxel dann nur noch per Email/Internet nach seinem Fahrzeug sucht und auswählt, denn die Verkäufer haben noch, ja noch persönlichen Kontakt zum Kunden und wissen auch nichts von irgendwelchen Datenschutz-Einwilligungserklärungen etc. – aber wenn diese Kunden mal wegbrechen – und sei es nur, weil ihnen der Neffe zeigt wie einfach das mit diesem „Internetz“ 😉 ist – dann wird es sehr schnell sehr kritisch – vergleiche Reisebüros, Buchhändler, Radio-Hifi-TV-Händler etc. etc. etc.

  5. Oli 12. Juli 2013 at 19:33 - Reply

    Ich wundere mich etwas, wie sehr hier von Zukunft gesprochen wird.
    Ich selbst verkaufe Autos einer Importmarke und das Internet ist bei uns ein enorm wichtiger Bestandteil.
    Wir haben den Großteil unserer Lagerwagen (500+) immer aktuell online. Wir sehen das Internet als zusätzliche Chance.
    Dagegen tun können wir nichts, also versuchen wir unseren Teil davon abzubekommen. Mit Erfolg.
    Auch als Verkäufer ist das oft schnelle Internetgeschäft zwischendurch durchaus angenehm.
    Die Erfahrung zeigt, dass viele unserer Internetkäufer den Kontakt zu uns beibehalten. Oftmals sogar bei extremer Entfernung.
    Der Großteil aber kommt doch aus der Nähe und hätte wohl bei einem anderen Händler gekauft, wenn wir nicht im Internet präsent gewesen wären.
    Ich glaube auch nicht, dass das klassische Autohaus komplett verschwindet. Viele unserer Kunden aus dem Internet kaufen bei uns anstatt bei auto24 mit 10% mehr Nachlass. Einfach, weil der direkte Kontakt und die freie Händlerwahl eben doch noch eine Rolle spielt. Und das unabhängig vom Alter!
    Aber auch ich lasse mich überraschen wohin uns die Zukunft noch bringt.

    • Frank 12. Juli 2013 at 20:04 - Reply

      Hallo Oli,
      danke für Deinen Kommentar.

      Du hast (derzeit) noch die Chance dass du etwas anbieten kannst was die anderen Händler deiner Marke noch (!) verschlafen haben… – deshalb habt ihr auch mit 500+ Fahrzeugen im Internet fünfhundertmal mehr Chancen auf einen Geschäftsabschluss als der Händler der dies noch nicht hat… Noch!
      Ich gehe einfach mal gedanklich einen Schritt weiter: Importmarken sind immer von den Fahrzeugen her sehr vergleichbar, weil weniger Sonderausstattungen, weniger Individualisierungen – wenn also nun die „Schläfer“ im Einzugsgebiet deines Arbeitgebers endlich aufwachen und ihre Lagerwagen auch im Internet auf der gleichen Plattform wie ihr anbietet wird sich die derzeitige Monopolstellung schnell pulverisieren – gleiches Auto von verschiedenen Anbietern… – was meinst Du wer da schlußendlich das Geschäft machen wird?

  6. karnak4 24. Oktober 2014 at 14:47 - Reply

    Die Geister die ich rief…….

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