Ist der Auto Blogger der zukünftige Autoverkäufer?

//Ist der Auto Blogger der zukünftige Autoverkäufer?

Ist der Auto Blogger der zukünftige Autoverkäufer?

Der Automobilverkäufer war lange Jahre die einzige Anlaufstelle wenn es darum ging sich Informationen über ein neues Modell, einen Rat oder Tipp zu holen oder einfach auch nur um mal wieder richtige „Benzingespräche“ zu führen. Jeder Autoverkäufer hat so eine Kunden die sicherlich ein- bis zweimal pro Jahr ohne einen Kaufgrund zu ihm ins Autohaus kommen um einfach mal wieder richtig fachsimpeln zu können, aber natürlich auch um die Neuigkeiten und Trends und die bereits zur Präsentation bereitstehenden Modelle in aller Ausführlichkeit zu besprechen.

Diese Automobilisten sind Meinungsbildner wie wir Automobilverkäufer, und oftmals hat es so ein Meinungsbildner schon geschafft mir einen Neukunden an den Schreibtisch zu setzen – voila – perfektes Empfehlungsmarketing!

Leider werden diese Besuche im Autohaus beim Autoverkäufer immer weniger und wenn ich ehrlich bin, wird auch die Qualität der Gespräche immer schlechter!

Viele Automobilisten können sich heute schon Jahre vor der Präsentation eines neuen Modells eine eigene Meinung aneignen indem sie in den diversen Blogs und Foren mit anderen Automobilisten jedes Schräubchen an einem Automobil oder einem gerade veröffentlichen Foto eines Erlkönigs  diskutieren – und auch ich hole mir mittlerweile viele meiner Informationen die ich in meinem täglichen Doing benötige aus den einschlägigen Blogs und den dazugehörigen Social Media Kanälen.

bloggerWährend mich früher der Automobilhersteller bereits Monate vor der Markteinführung eines neuen Modells mit umfassenden Informationen gefüttert hat, mich zu Markteinführungs Veranstaltungen und Vergleichsfahrten einlud, versorgt mich der Hersteller als seinen Verkaufs-Dienstleister genau am selben Tag mit Informationen wie die Pressestelle die unzähligen Fachzeitschriften, Journalisten und Blogger – und mein (damaliger) Informationsvorsprung der die Basis für meine Reputation als Automobilist war, ist dadurch nicht mehr gegeben – Im Gegenteil!

Aus teilweise „logistischen Gründen“ kann ich bereits Fahrberichte von neuen Modellen im Internet in den diversen Blogs nachlesen, wenn ich noch nicht mal in die Nähe des Fahrzeugs gekommen bin – hier werden Blogger und Journalisten mittlerweile sicherlich den Verkaufsmannschaften im Autohaus bevorzugt – zeitlich, aber auch anders, meine ich!

Witzigerweise haben die meisten Auto Blogger nicht mal einen Presseausweis beantragt und genießen dennoch mittlerweile eine Reputation über Ihre Plattform die manchem Auto-Fachjournalisten die röte ins Gesicht treibt wie weiland Uli Hoeness beim Gedanken an seinen bevorstehenden Prozess. Die Autohersteller haben diesen Trend bereits erkannt und wählen sogar den „Autoblogger des Jahres“ oder den Neuwagen der „Liebling der Autoblogger“ ist – vom „Liebling der Autoverkäufer“ hab ich noch nie was gelesen… 😉

Es mag „verschnupft“ klingen, aber ich bin der Meinung dass mittlerweile die hoch angesehenen Auto-Blogger sogar besser mit Informationen „gefüttert“ werden als wir Autoverkäufer – und eigentlich ist diese Entwicklung mehr als logisch, denn während wir Automobilverkäufer nur einen kleinen, lokalen Markt betreuen können die auch noch auf uns zukommen müssen (…also ins Autohaus) versorgt ein Auto-Blogger mit einem Bericht über das Modell XY sofort eine breite Masse an Lesern die dann wiederum den Artikel weiterverteilen indem sie ihn liken, sharen oder kommentieren – Empfehlungsmarketing eben! Und so ein Bericht steht „ein Leben lang“ im Internet, kann also über die Zeit immer wieder mit weiteren Informationen, Meinungen und Kommentaren erweitert und somit aktuell gehalten werden! Die diversen Social Media Netzwerke sorgen somit dafür dass ein Bericht sich quasi von selbst immer aktuell hält, bzw. aktuell bleibt.

Ein Blogger mit seinem Portal, also seinem Blog genießt in der Öffentlichkeit eine bessere Reputation als es ein Automobilverkäufer jemals haben wird, weil so ein Blogger will ja nur informieren, während ein Autoverkäufer immer verkaufen will bzw. sogar muss! Die Bloggerszene in Deutschland steht noch am Anfang, das zeigt ein kurzer Blick über den Teich, wo auch Oma Krawuttke über ihre Geranienzucht täglich einen Blogbericht ins World-Wide-Web setzt, allerdings zeigt es unmißverständlich auf wie Marketing heute als Online Marketing funktioniert!

Bevor sie aber nun selbst Blogger werden, sollten sie zunächst ihren Arbeitsvertrag überprüfen und mit Ihrem Chef / Vorgesetzten sprechen ob diese Form von Online Marketing bzw. Social Media Marketing fürs Autohaus überhaupt erwünscht ist, und was sie sich davon erhoffen – ach ja, und Zeit sollten sie auch noch haben, und Fachwissen, nicht nur automobiles, sondern auch weiterführendes in Sachen Hosting, Blogs, Programmierung, Bildbearbeitung etc., dann könnte es was werden mit der Blogger-Karriere – ob sie dann noch Automobile verkaufen? Die Zeit wird’s zeigen!

By |2014-03-25T17:27:22+00:0025.03.2014|Allgemein|1 Comment

About the Author:

Mein Name ist Frank* ich bin 39 Jahre alt und zertifizierter Automobilverkäufer. Seit nunmehr 17 Jahren verkaufe ich Automobile im Premiumsegment, Hier im Blog schreibe ich über meine persönlichen Erlebnisse und Ansichten. (*Name wurde geändert)

One Comment

  1. verkäufer 26. März 2014 at 04:53 - Reply

    Die Frage ist doch will, ICH dem Kunden ein Fahrzeug verkaufen und Geld verdienen oder will ich mit ihm ein Schwätzchen halten, mit Informationen versorgen und den Kümmerer spielen.
    Die meisten Verkäufer werden mittlerweilen zu braven und folgsamen
    Prospetverteiler und Probefahrtanbieter ausgebildet.
    Fachwissen über Produkt und Ausstattung ohne Ende.
    Schicker Anzug, Krawatte, polierte Schuhe.
    Sie wissen aber nichts über den Umgang mit Menschen und wie Sie zu einer Unterschrift kommen.
    Keine Ahnung sich in den Mittelpunkt zu stellen.
    Der Verkäufer als MARKE. Nicht nur heute sondern auch noch in 10,20,30 Jahre. Die Puste haben auch die meisten, die es drauf hätten, nicht mehr. Sie ziehen vorher die Reisleine. Aus guten Gründen.
    Hat der Verkäufer von heute überhaupt noch die Möglichkeit etwas aus sich zu machen ???
    Es ist doch alles bis ins kleinste Detail geregelt. Ja keine Entfaltung.
    Der Verkäufer als Knecht der Hersteller. Nicht umsonst werden dort oben Milliarden verdient und unten Erbsen gezählt. Von Arbeitszeit, Bürokratie, Contolling ganz zu schweigen.
    Geld verdienen ist auch ok, aber die Verteilung muss stimmen.

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