Ich hatte am letzten Wochenende mal wieder eine Begegnung die mich nachhaltig beschäftigt – ich sprach mit einem 21-Jährigen…

Soweit ist das noch nicht verweflich, zumal er ganz „artig“ mit seinen Eltern mitgekommen war die wir zum Grillen eingeladen hatten… – also er war mitgekommen, aber er saß die ganze Zeit in einer lethargen Grundhaltung auf seinem Stuhl und starrte zu 97% seiner Anwesenheit in sein Smartphone… Gesrpächsbeteiligung 0,0

Nachdem ich ja sowieso im Autohaus den ganzen Tag reden „muss“ fällt es mir auch nicht schwer privat als Kommunikator und Moderator zu fungieren – also habe ich ihn irgendwann dann soweit gehabt dass er zumindest ein paar Sätze von sich gab. Als „Meister der Kommunikation“ habe ich natürlich das Thema – wie ich dachte – „altersgerecht“ aufbereitet und fragte zunächst mal ob er denn schon einen Führerschein hätte und was er denn zu meinem neuen Auto sagt, was da in der Einfahrt steht…

Hätte ich gewusst was dann an Antworten kommen, ich hätte die Frage nicht gestellt – echt nicht!
Er entgegnete mir, nachdem er sich seinen viel zu tiefen Seitenscheitel aus dem rechten Auge geblasen hatte, dass er noch gar keinen Führerschein hat, noch nicht mal angefangen hat, sowieso keinen Führerschein bräuchte und aus Autos sich sowieso nichts macht – das sind Fortbewegungsmittel. Punkt!

Da saß ich nun ich Tor… – aber ich wollte es genauer wissen, ich musste nachhaken, denn ich weiß noch dass ich bereits mit 17 meinen Führerschein machte und am Tag der Tage – meinem 18l Geburtstag eigentlich schon weit vor Öffnung der Zulassungsstelle vor Ort war um das Dokument welches mir in Zukunft Freiheit garantiert abzuholen. Ein paar Minuten später durfte ich schon mit Vater´s Auto zumindest nach Hause fahren und in den Wochen darauf hatte ich dann mein erstes eigenes Auto.

Und der junge Mann braucht weder Auto noch Führerschein – anscheinend braucht er nur sein Handy (in welches er immer wieder reinschaute, auch während er mit mir sprach…). Eigentlich war der Junge keiner aus der Null-Bock-Fraktion, keiner der grießgrämig durch die Gegend läuft, aber anscheinend hat das Auto und die damit verbundene Freiheit den Glanz und Reiz verloren.

Er sagte mir dann, dass ein Auto eher hinderlich ist wenn man am Wochenende feiern gehen würde – denn da müsste man dann mehrere mitnehmen und dürfte selbst nichts trinken… – wie gesagt vernünftig ist er, aber wenn ich so zurückdenke welchen Reiz damals auf mich so ein Golf I GTI ausgelöst hatte, wie ich mir immer wieder vorgestellt habe, selbst mal einen zu besitzen – welchen „Rang“ und „Habitus“ Gleichaltrige hatten die vielleicht so einen Golf I GTI besaßen und was ich alles neben der Schule gearbeitet habe um mir dann zwei Jahre später auch so einen Golf I GTI kaufen zu können…

auto-handy-jugendIch will den Jungen nicht exemplarisch für die gesamte Jugend darstellen, aber es ist schon was dran – das Auto hat bei weitem nicht mehr den Stellenwert den es mal hatte – das haben nun die Smartphones und Tablet-PCs…

Eigentlich aber auch logisch wie ich finde – heute ist im Partner-Netzwerk ein Artikel zum neuen Citroen DS3 Cabrio Racing erschienen – sicherlich sowas wie „damals“ der Golf I GTI – nur mit dem einfachen Unterschied das der französische Automobilhersteller den Preis von 38.490.- Euro in die Preislisten drucken ließ…

Die Frage muss berechtigt sein, wie lange ein 21 jähriger wohl sparen muss bis er diese Summe angespart hätte – soviel können Oma und Opa und Firm- und Taufpate gar nicht drauflegen dass die Summe wirklich in eine Dimension schrumpft in der so ein Jugendlicher davon zumindest „träumen“ könnte – schade eigentlich, denn ich hab meine automobilien Träume immer geliebt und viele davon auch verwirklicht.

Bildquelle: Viktor Schwabenland  / pixelio.de