Der Online-Vertriebsweg im Automobilvertrieb ist geöffnet!

//Der Online-Vertriebsweg im Automobilvertrieb ist geöffnet!

Der Online-Vertriebsweg im Automobilvertrieb ist geöffnet!

So, nun ist es soweit, heute, am 03.12.2013 eröffnet Daimler einen neuen Vertriebsweg: Den Online-Vertriebsweg für Neuwagen.

Richtig neu ist das Thema wiederum nicht, aber vermutlich will Daimer nach dem Erfinder des Automobils und somit auch des Vertriebs derselben nun auch der Erfinder des „herstellergestützten Onlinevertriebs“ werden und mit diesem Werbeclaim in Zukunft vorpreschen. Allerdings ist das, was Daimler mit dem neuen Portal unter: http://www.connection-online.mercedes-benz.com/ zeigt nicht gerade geeignet die eigenen Händler und Niederlassungen bereits in Depression stürzen zu können – auch Heerscharen von Daimler-Neuwagenverkäufern müssen noch nicht fürchten dass sie bald gegen dieses Internet ausgetauscht werden, denn Daimler startet seine Online-Plattform mit gerade mal vier Modellen: CLA, CLS Shooting Brake, sowie A- und B-Klasse. Nicht viel bei der zwanzig Baureihen umfassenden Produktpalette…

Zwei Wochen Lieferzeit, dafür zum Listenpreis?

online vertriebDie bereits in Schockstarre verfallenen Neuwagenverkäufer können aufatmen, denn Daimler schnürt zwar diese vier Modelle mit einem interessanten Leasingpaket inkl. Wartung und Versicherung sowie für alle angebotenen Modelle eine Lieferzeit von zwei Wochen als „Alleinstellungsmerkmal“ – somit also Lagerfahrzeuge – allerdings werden die Fahrzeuge zum Listenpreis angeboten. Ich brauche gar nicht Ferdinand Dudenhöffer´s Meinung hierzu abwarten – Ein Auto, einen Neuwagen zum Listenpreis zu verkaufen, das war bereits in den späten Neunzigern ein Running-Gag unter den Autoverkäufern, und der wird es auch zukünfig bleiben, auch bei der Kundschaft.

Also bietet das Daimler-Portal nun zum Start nur vier Baureihen im Leasing an, keine Barzahlung, keine Finanzierung etc. Ach ja – und das dieses Angebot eigentlich nur auf das Hamburger Einzugsgebiet aufgebaut ist, sollte auch noch erwähnt werden…, Probefahrten nur in Hamburg und Einzugsgebiet… Abwicklung über die Mercedes-Benz Niederlassung Hamburg.

Es ist schon die richtige Denkweise die Daimler hier an den Tag legt – der Kunde sollte da abgeholt werden wo er sich in seiner Freizeit „rumtreibt“ – im Internet – allerdings bleibt auszuschließen dass sich das Medium Internet nur für Hamburger eignet die nur leasen und keinerlei Preisvergleich machen können…

Sixt mit autohaus24.de lacht sich schlapp

Während also Daimler wirklich versucht mit seinem neuen Portal lediglich vier Lagerwagen-Baureihen zum Listenpreis an Kunden aus Hamburg zu verkaufen, kommen Erich Sixt und die Geschäftsführer von autohaus24.de derzeit vor Lachen nicht in den Schlaf – denn sie bieten mit ihren Portalen bereits heute das, was Daimler gerne anbieten würde – und die USP „Lieferzeit: zwei Wochen“ wird das Marketingteam von autohaus24.de demnächst sicherlich torpedieren, bzw. deren eigene Alleinstellungsmerkmale noch besser herausstellen.

Es ist aber gar kein Wettlauf Daimler gegen den Rest der Internetvermittler – es ist das Signal das zumindest schon ein Hersteller erkannt hat, dass es Zeit wird einen neuen Vertriebsweg für den Vertrieb von Neuwagen anzubieten – und DAS sollte uns Automobilverkäufern Bauchschmerzen bereiten.

Noch keine Gefahr… Noch!

Zunächst werden wir davon noch nicht viel spüren – und selbst die Händler in und um Hamburg werden noch – ja noch – durchatmen denn Autos zum Listenpreis kauft im Internet sowieso keiner – auch wenn sie in zwei Wochen geliefert werden können… – denn selbst dies können die Händler heutzutage auch – die Lager, die Halden sind voll… – und irgendwo gibt’s bestimmt das EINE AUTO das genau auf die Wünsche und Bedarfe des Kunden passt – und dank moderner Logistik ist so ein Neuwagen eigentlich europaweit innerhalb von zwei Wochen verfügbar.

Derzeit ist also – in meinen Augen – diese neue Plattform KEIN WEG um Neuwagen zu verkaufen, sondern eher als weiteres Informationsportal zu sehen – wie gesagt: Derzeit!

Daimler will die Oberklasse-Konkurrenten BMW und Audi bis 2020 unter anderem beim Absatz überholen. Ziel für 2013 sind mehr als 1,4 Millionen Autos. 2015 sollen es mehr als 1,6 Millionen sein – ob der Zuwachs sich alleine mit Fahrzeugen, die in Hamburg zum Listenpreis verleast werden realisiert wird…? Entscheidet selbst…

Wenn erstmal mehr Händler angebunden werden an das System, deutschlandweit, wenn erstmal mehr Probefahrten, mehr Traffic auf dieses Portal kommen wird, dann wird auch Daimler die Strategie ändern (müssen). Spannend wird es, wenn die Ware auch im kommenden Jahr nicht den Weg von der Halde auf die Strasse findet, und – wenn ich meinen Quellen trauen darf – ist das beim CLS Shooting Brake derzeit noch so, dass Markteinführungsfahrzeuge noch immer fertig produziert „rumstehen“ – zwei Jahre nach der Markteinführung!

Fertig produzierte, voll ausgestattetete Fahrzeuge wie der CLS Shooting Brake, welche auf Halde stehehen kosten Geld, täglich – und wenn dann diese Markteinfühungsfahrzeuge im kommenden Jahr auch noch rumstehen wird schon ein findiger Betriebswirt, vielleicht sogar von einer der tätigen Unternehmensberatungen drauf kommen, dass man diese Ware ja auch zu Schnäppchen-Super-Sonderpreisen anbieten kann – deutschlandweit… – auf dem Portal…

Verschiedene Daimler Manager werden in den diversen Presse-Artikeln immer wieder zitiert dass es noch KEIN VERABSCHIEDETES KONZEPT gibt, wie denn der Handel in Zukunft an so einem Online-Vertrieb partizipieren kann und monetär „abgefunden“ werden kann – allerdings wird es immer klarer, dass der Neuwagenverkäufer bei einem Online-Vertrieb lediglich eine Komparsen-Rolle bekommen wird… – er „darf“ vermutlich die Probefahrt rausgeben, ein bisschen beraten nach der Probefahrt und dann das Auto ausliefern – dafür bekommt er, wenn er der erste war, der die Kunden-/Interessentenadresse in ein deutschlandweit einheitliches, CRM-System eingehackt hat, ein paar Euro „Beratungs-“ bzw. „Auslieferungspauschale“.

Vom Automobilverkäufer zum „Berater und Auslieferer für Neuwagen“ also…

By |2013-12-03T06:58:41+00:0003.12.2013|Allgemein|6 Comments

About the Author:

Mein Name ist Frank* ich bin 39 Jahre alt und zertifizierter Automobilverkäufer. Seit nunmehr 17 Jahren verkaufe ich Automobile im Premiumsegment, Hier im Blog schreibe ich über meine persönlichen Erlebnisse und Ansichten. (*Name wurde geändert)

6 Comments

  1. manfred schloemer 3. Dezember 2013 at 08:26 - Reply

    ja….jetzt sitzen viele wie der hase vor der schlange….

  2. F1AMG 4. Dezember 2013 at 14:05 - Reply

    Ich sehe es ähnlich, solange dort noch keine Aktive Verhandlung stattfindet , ist es (nahezu) Nonsens. An den Leasingfaktoren sieht
    man als Profi ja schon , dass das Angebot leicht zu toppen ist.

    Aber es wird sich entwickeln wie meine Cortal-Consors app ,
    und dann werden die Konsi-Fahrzeuge mit 100% Gesamtmarge dort
    verkauft und der Online-Markt könnte funktionieren.

    Aber die Initiatoren/Entwickler dieser Plattform haben selbst noch nie ein Fzg.verkauft, ansonsten hätten sie es ähnlich eines Aktienhandels aufgebaut.

  3. Kris 7. Dezember 2013 at 20:58 - Reply

    Ich denke nicht, dass dieser Vertriebsweg aktuell eine Gefahr für Niederlassungen und Vertragshändler ist.

    Gerade im Premiumsegment ist es in der aktuellen Zeit alles andere als einfach die Fahrzeuge an die Damen und Herren zu bringen – vor allem ohne Nachlass.

    Desweiteren ist und bleibt der Autokauf meist auch eine emotionale Angelegenheit, bei der man als Käufer nicht um eine Probefahrt drum rum kommt.

    Zuletzt zu sagen ist, dass das Internet meiner Meinung nach eine gute und persönliche Beratung nicht ersetzen kann.

  4. Siegfried 9. Dezember 2013 at 20:00 - Reply

    Es gibt Sie, die 0% Nachlass Leasingfahrzeug-Käufer.

    Ich habe Firmenkunden, die mir Fahrzeuge mit 0% Nachlass abnehmen.

    Hin und wieder tue ich Ihnen dort und da eine Gefälligkeit, aber unterm Strich gehören Sie zu den Kunden womit ich mein Geld verdiene. Der Rest, der den größten Teil ausmacht, sind eigentlich Zeitdiebe, geringe Marge, etc.

    Kaufen Sie deswegen (kein Nachlass) bei einem anderen Verkäufer ein? Oder bei einer Maschine? Nein.

    Man muss ab und zu seine Kunden zur Jagd einladen oder einmal im Jahr eine Fete steigen lassen, eben diese Mensch zu Mensch Dinge. Sowas können wenige, geschweige denn Maschinen…

  5. Nino Zuunami Videoproduktion 12. Dezember 2013 at 08:16 - Reply

    Es ist wie bei jedem anderen Produkt: Online-Shops funktionieren ausschliesslich über den Preis – Man kauft online dort, wo es am billigsten ist. Sobald also die Autos auf Halde stehen, wird Daimler (oder wer auch immer) die Rabattschlacht eröffnen – da kommen die lokalen Händler nie und nimmer gegen an….

  6. Patrick 14. Dezember 2013 at 15:50 - Reply

    Ich sehe den Onlinevertrieb eher als Chance. Sowohl Hersteller und Händler haben die selbe Chance den Kunden im Internet abzuholen.

    Mit dem Unterschied: Die Hersteller nutzen die Chance, und die meisten Händler eben nicht.

    Anstatt sich aufzuregen, sollte man also lieber Handeln.

    Gruß Patrick

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