Der Gebrauchtwagenmarkt boomt. Besonders japanische Modelle wie Toyota, sind derzeit bei vielen Autobesitzern beliebt. Doch beim Kauf ist Vorsicht geboten. Der Auto Club Europa warnt vor Betrügern. Diese haben es auf unbedarfte Schnäppchenjäger, Oldtimerfans und Laien abgesehen, die sich auf dem Gebrauchtwagenmarkt nicht auskennen. Die Betrüger sind so professionell, dass ihre Masche schwer durchschaubar ist. Da sie vor allem Papiere fälschen, sollten potenzielle Autokäufer auf einer Besichtigung vor Ort bestehen.

Keine Anzahlungen leisten

Autokäufer sollten Gebrauchtwagen über professionelle Portale wie mobile.de kaufen. Dort gibt es eine Gebrauchtwagen-Garantie und seriöse Angebote. Wenn Autokäufer ein Inserat in der Zeitung entdecken, bei dem das gebrauchte Fahrzeug günstig erscheint und der Preis weit unter dem Marktwert liegt, sollten sie Vorsicht walten lassen. Sobald sie mit dem Besitzer des Wagens in Kontakt treten und herausfinden, dass sich der Gebrauchtwagen im Ausland befindet, kann ein Betrugsfall vorliegen. Denn Betrüger behaupten oft, dass das Fahrzeug in Schweden oder England ist, um einen Besuch vor Ort zu vermeiden.

Beim Autokauf im Ausland vor Betrügern achtgeben

Bei Oldtimern, die unter Wert angeboten und im Ausland abgeholt werden müssen ist Vorsicht geboten. (Bild: Pixabay @ pixelheart, CCO Public Domain)

Das Problem ist, dass die Papiere, Unterlagen und Fotos einen glaubhaften Eindruck vermitteln und selbst Experten die Fälschung schwer erkennen. Hinzu kommt, dass die Betrüger Interessenten unter Druck setzen und behaupten, es gäbe bereits andere potenzielle Käufer. Sie fordern dazu auf, eine Anzahlung per Western Union zu tätigen, um sich das Vorverkaufsrecht zu sichern. Leider ist bei diesen Geldtransfers das Bargeld nicht abgesichert. Zudem kann der betrügerische Empfänger seine Identität durch gefälschte Papiere verschleiern. Deshalb sollten Autokäufer niemals Anzahlungen leisten und keine Bargeldtransfers ins Ausland tätigen.

Vorsicht bei ausländischen Speditionen

Auch wenn keine Anzahlung verlangt wird, sollten Autokäufer bei einem Fahrzeugkauf im Ausland vorsichtig sein. Oft schlagen Betrüger die Überführung des Wagens durch eine ausländische Spedition vor. Diese soll der Käufer im Vorfeld bezahlen. Anschließend verschwindet das Speditionsunternehmen von der Bildfläche. Es gibt keine Hinweise mehr auf die Existenz des Unternehmens.  Die Polizei findet im Anschluss heraus, dass die Papiere gefälscht waren.

Tipps zum richtigen Autokauf

Die Polizei kann diese Betrüger in der Regel nicht fassen, da es in vielen Fällen unmöglich ist, einen Rückschluss auf die Identität dieser Personen zu schließen. Um Ärger zu vermeiden, sollten Verbraucher kein Auto kaufen, das sie nur durch Beschreibungen und Bilder kennen. Auch sollten sie sich nicht von einem günstigen Preis blenden lassen und sich auf keine Anzahlung einlassen. Um herauszufinden, ob der Pkw im Ausland tatsächlich existiert und die Papiere nicht gefälscht sind, sollten Verbraucher einen Gutachter beauftragen. Der sieht sich den Wagen vor Ort an und überprüft die Papiere sorgfältig. Verkäufer, die Druck machen und sich nicht auf den Gutachter einlassen, sind in der Regel keine seriösen Personen.

Die Polizei rät auch, keine ausländischen Handynummern anzurufen. Dahinter können sich teure Servicerufnummern verbergen. Bei Zahlungen an eine Speditionsfirma sollten Käufer zuerst deren Identität überprüfen lassen. Webseiten des Unternehmens geben keinen Aufschluss, da diese gefälscht sein können. Zu guter Letzt sollten Verbraucher das Auto erst bezahlen, wenn sie es tatsächlich vor sich haben und auf Herz und Nieren geprüft haben – am besten gemeinsam mit einem Sachverständigen.