Autoversicherungen mit Rabattretter…

//Autoversicherungen mit Rabattretter…

Autoversicherungen mit Rabattretter…

Wir Automobilverkäufer sind ja auch neben unserer „eigentlichen“ Bestimmung Autos an die Kunden zu verkaufen auch sowas wie allumfassende Auskunftsstellen rund um das Automobil. Soweit ist das ja ganz ok, wenn nicht das Fachwissen hierfür und hierzu immer spezifischer wäre und man eigentlich „neben“ dem Thema Automobil mit zig Modellreihen, eigentlich gar keine Chance mehr hat in jedem Gebiet genug Fachwissen aufzuweisen bzw. aufzubauen. Natürlich wäre dies (eigentlich) auch ein Unding, denn z.B. beim Thema Versicherungen, genauer Autoversicherung, gibt es sogar einen Ausbildungsberuf der sich genau und einzig und alleine um das Thema Versicherungen dreht.

Leider sehen dies aber unsere Kunden oftmals anders und sind der Meinung dass wir einfach allwissend sind. Gerade wenn dann noch in die speziellen Nischen in den einzelnen Themen gibt haben wir kein Fachwissen – das was wir wissen, ist eine Mischung aus eigener Erfahrung, Hören-Sagen und dem was wir irgendwo mal auf irgendeiner Schulung aufgeschnappt haben. Ich persönlich verkaufe keine Autoversicherungen mehr zum Auto dazu – also gesondert – sondern verweise auf Vergleichsportalen wie auto-versicherung-vergleich.com – denn im Zeitalter von Internet hat selbst der End-Sechziger einen engen Vertrauten in seiner Familie der sich mit dem Internet auskennt und somit auch die diversen (Preis-) Vergleiche zwischen den Versicherungen ermitteln kann.

autoversicherung mit RabattretterLeider sind diese Autoversicherungs-Portale allesamt mit soviel spezifischen Fachfragen gespickt, dass selbst für mich das Einholen eines Angebotes sehr schwierig ist – ich habs nämlich erst getestet… Hintergrund war, dass der Familien-Van mal wieder getauscht werden sollte – also nicht dass das Auto schon wirklich alt war, aber ich hatte da ein Angebot eines Kunden, der sich familiär aufgrund von Scheidung „verkleinerte“ und nun also von einem Van zu einem Mittelklasse-Kombi downsizen wollte. Der bisherige Van war top gepflegt und, da einer der letzten der Serie ein Sondermodell aus der Baureihe „alles drin für wenig Geld“. Das mit dem wenigen Geld hatte sich aber nun beim Thema „Inzahlungnahme“ als äußerst hinderlich dargestellt und plötzlich verspürte ich in mir den „Drang“ diesen Van gegen meinen Familien-Van zu tauschen. Preislich waren wir uns schnell einig, von meinem Verkaufsleiter bekam ich auch „grünes Licht“ das Auto selbst anzukaufen und somit nicht compliance-schädlich das Auto zu erwerben – kurz nachdem ich also das schriftliche OK vom Verkaufsleiter hatte, machte ich mich selbst im Internet auf, mir ein Versicherungsangebot für das neue Auto zu holen.

Eigentlich macht man es wie seit Jahrzehnten gewohnt, man kramt die alte Versicherungsrechnung des jetzigen Fahrzeugs aus einem Ordner, setzt sich vor den PC und – Bingo – wird mit Fachfragen konfrontiert die man so oftmals noch nie vorher beantworten musste… Eigentlich habe ich ja gar keine Lust, dieses Detail-Striptease über mich ergehen zu lassen, allerdings kommt dann kein richtiges oder kein Angebot welches ich annehmen würde – also, hift nix, alles schön eingeben.

Mittlerweile wird ja so ziehmlich alles bei der Errechnung des Versicherungsangebotes berücksichtigt und berechnet – gerade dass ich nicht meine Blutgruppe und mein polizeiliches Führungszeugnis abgeben muss (…aber das kommt sicherlich noch…). Am meisten hat mich eigentlich die Frage nach dem „Rabattretter“ ins Grübeln gebracht. Klar dass ich mich mit einer Autoversicherung für den Fall „was passiert wenn…“ versichere – aber man kann sich mittlerweile sogar dagegen versichern nach einem selbstverschuldeten Unfall hochgestuft zu werden… Was sich im ersten Moment sehr gut anhört bedarf bei näherem Hinsehen einer genauen Kalkulation, die man leider so gar nicht so einfach betreiben kann – denn man muss ja einen Ist-Vergleich machen zwischen dem aktuellen Versicherungsangebot mit und ohne Rabattretter und dieses Angebot dann in Abhängigkeit zum „Worst-Case“ Fall: Hochstufung nach einem selbstverschuldeten Unfall setzen. Mit einem einfachen Dreisatz ist dies schon nicht mehr getan – und die Unterschiede sind beträchtlich… Schlussendlich habe ich mich dann entschieden eine Versicherung ohne Rabattretter zu nehmen – aber dies muss und kann jeder für sich selbst entscheiden – und ist für mich ein weiterer Grund im Job weiterhin statthaft keine Autoversicherung anzubieten, ausser sie ist beim Leasing mit dabei – aber das ist wieder ein ganz anderes Thema…

By |2015-08-08T07:26:51+00:0008.08.2015|Allgemein|3 Comments

About the Author:

Mein Name ist Frank* ich bin 39 Jahre alt und zertifizierter Automobilverkäufer. Seit nunmehr 17 Jahren verkaufe ich Automobile im Premiumsegment, Hier im Blog schreibe ich über meine persönlichen Erlebnisse und Ansichten. (*Name wurde geändert)

3 Comments

  1. Jens 17. August 2015 at 06:31 - Reply

    Der Hinweis auf die Vergleichsportale im Internet ist ehrlich! Und trägt bei zur Kundenbindung 😉

  2. Max 18. August 2015 at 07:29 - Reply

    Hallo Frank,

    du schreibst mir mal wieder aus der Seele, vielen Dank! Weiterhin viel Erfolg im Autohaus und hier im Blog!

  3. […] den Kunden ist es nicht immer einfach, zu erkennen, worauf die Beitragshöhe der Kfz-Versicherung basiert. Die Versicherer unterscheiden in objektive und subjektive Tarif- oder Gefahrenmerkmale. […]

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