Autoverkäufer und Autos der Kompaktklasse – eine Hassliebe!

//Autoverkäufer und Autos der Kompaktklasse – eine Hassliebe!

Autoverkäufer und Autos der Kompaktklasse – eine Hassliebe!

Als ich damals, seinerzeit mit dem Verkauf von Autos angefangen habe, gab es sie noch gar nicht – heute hat sie jeder Automobilhersteller und vorallem alle Premiumhersteller im Portfolio: Kompaktwagen

Was irgendwann mal als „Golfklasse“ angefangen hat, heisst heute herstellerneutral „Kompaktwagen“ – aber eigentlich hat sich seit damals wenig geändert:

Der VW Golf ist und bleibt der Klassenprimus und viele andere Hersteller wetteifern diesem Primus hinterher… – das war so, das ist so, und das wird so bleiben!

Was für den Hersteller sicherlich toll ist, wird von den Automobilverkäufern von Beginn an mit einem lachenden und einem weinenden Auge gesehen – denn diese Fahrzeugklasse macht viel Arbeit sie an den Käufer zu bekommen – die sind keine Selbstläufer und viele klitzekleine Kriterien können den Ausschlag zwischen Kauf und Ablehnung geben.

Die Arbeit ist zwar nahezu die gleiche wie bei anderen Fahrzeugklassen, mit dem Unterschied dass es eigentlich so ist, dass ab Mittelklasse die Fahrzeuge sich eigentlich „leichter“ verkaufen – die Kunden sind einfacher, besser, wissen was sie wollen, haben das Fahrzeug vielleicht bereits als Vorgänger und wollen nun „nur“ auf das aktuelle Modell wechseln.

Der klassische Kompaktwagen-Käufer – gerade bei den Premiumherstellern ist ein Markenumsteiger, bleibt aber der Klasse treu. Er wechselt also den Hersteller und hat die Erwartungshaltung dass Premium natürlich auch beim Verkaufsprozess besser und vorallem „anders“ ist.

Ein Irrglaube!

Ein Premiumverkäufer kann nichts besser wie der Verkäufer eines anderen Massenherstellers aus dem In- oder Ausland – Nichts – wirklich nichts! Das berühmte „Kochen mit Wasser“ kann auch hier zur Relativierung herangezogen werden. Ich habe schon viele Autokäufer begleitet die nicht bei mir kaufen „konnten“ aber die meine Anwesenheit bei der Kaufentscheidung haben wollten und mich somit baten mit dabei zu sein. Durch alle Hersteller kann ich sagen, dass die Damen und Herren da draussen einen richtig guten Job machen – und wirklich gut durch den Verkaufsprozess führen!

Wer es nicht glaubt kann gerne mal bei Autoscout sich seinen nächst gelegenen Kompaktwagen-Autohändler für Audi A3, BMW 1er oder Mercedes A-Klasse suchen und sich selbst überzeugen! Aber seid fair – sagt was ihr macht und spielt nicht einen auf Testkäufer-light! Ihr werdet schnell erkennen dass die Damen und Herren einen identischen Job machen – und das ist auch gut so.

Leider wollen dies weder die Kunden noch die Hersteller verstehen, denn sonst würden sich die Hersteller mal ein anderes Provisionssystem gerade bei den Kompaktklassen überlegen und nicht die Damen und Herren Verkäufer mit 90-150 Euro brutto beim Kaufabschluss „entlohnen“ und natürlich müssten die Kunden ihre Anspruchshaltung entweder relativieren oder ihre Ansprüche nicht ins unermessliche hochschrauben!

Aber nachdem Anspruchshaltung auf Kundenseite und Entlohnung auf der Herstellerseite beides unter- bzw. übertrieben sind ist somit die Kompaktklasse eine richtige Hassliebe bei den Premiumverkäufern geworden. Man muss sie verkaufen, damit am Ende des Monats überhaupt irgend eine Entlohnung aufs Konto überwiesen wird, aber so richtig Spass machts einfach nicht, denn die Ansprüche und Verkaufsprozesse sind allesamt nicht wirklich spassig!

By | 2014-11-26T14:53:12+00:00 26.11.2014|Allgemein|5 Comments

About the Author:

Mein Name ist Frank* ich bin 39 Jahre alt und zertifizierter Automobilverkäufer. Seit nunmehr 17 Jahren verkaufe ich Automobile im Premiumsegment, Hier im Blog schreibe ich über meine persönlichen Erlebnisse und Ansichten. (*Name wurde geändert)

5 Comments

  1. Heiko 26. November 2014 at 10:23 - Reply

    Richtig!
    Folgende (meine) Rangliste im Bezug auf die Erschwernis des Verkaufens:
    gewerblich (Nutzen vorhanden)
    privat hochpreisig (Vertrauen/Gewohnheit vorhanden)
    privat restliche Fahrzeuge (Risiko steht im Vordergrund)

    Mittlerweile sind selbst Kleinstwagen derart beratunsintensiv (Individualisierung, MirrorScreen usw.), dass der Aufwand und der Ertrag auch dort oft nicht passen.

    Wir werden nunmal nicht nach der Arbeit bezahlt, sondern anhand der Unterschriften. Wie sich das widerrum auf dem Konto niederschlägt kommt auf die Marke, den Händler und auf die Nutzung aller möglichen Provisionen an. Egal ob Premium, oder eben nicht.

    Je günstiger das Fahrzeug, desto weniger Spielraum ist vorhanden.
    Praktisch wäre es, könnten bei jedem ausgelieferten Auto zwischen einer vernünftigen Fixprovision oder eben der Rohertragsprovision entscheiden. Gibts jemanden der ein solches Gehaltsmodell hat?

  2. Kalle 26. November 2014 at 14:03 - Reply

    Möchtest Du damit sagen, dass ein „Premiumverkäufer“ , der Fahrzeuge in der 100 000 .– Euro Klasse verkauft mehr verdient
    als ein solider Gemischtfahrzeughändler in einem soliden Kleinbetrieb.

    Der Status der Verkäufers, vor allem im sogenannten Premiumsegment, ist auf dem absteigenden Ast.
    Das haben nur noch nicht alle kapiert.

    Es gibt immer noch genügend Träumer, die sich jeden Tag einreden,
    dass Sie die Marke und die Autos doch so lieben und Ihren Job gerne machen.

    Die Damen und Herren werden über kurz oder lang nicht mehr in der Tasche haben als ein Verkäufer bei „Geiz ist Geil“ oder sonstigem Laden. Nur die Ansprüche der Hersteller und Kunden an diesem Job werden enorm steigen.

  3. Björn 27. November 2014 at 10:47 - Reply

    Ein sehr interessanter Beitrag. Sehe das aber auch so. Aber da teilen sich ja oft die Meinungen 😉

  4. Heinz 1. Dezember 2014 at 14:57 - Reply

    Kann euch gut verstehen, aber in vielen anderen Berufen ist es auch so, dass nicht immer leistungsgerecht bezahlt wird. Die „goldenen“ Zeiten sind einfach vorbei.

  5. Tuning Center 15. Dezember 2014 at 08:22 - Reply

    Bei uns ist der Autoverkauf/Ankauf mehr Kundenbindung für unsere Werkstatt.

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