Als Automobilverkäufer ist man immer Mobbing gefährdet

//Als Automobilverkäufer ist man immer Mobbing gefährdet

Als Automobilverkäufer ist man immer Mobbing gefährdet

Mobbing am Arbeitsplatz ist für uns Automobilverkäufer eigentlich schon seit dem ich denken kann an der Tagesordnung, bzw. es droht als Schwert des Damokles tagtäglich über uns!

Schon seit dem ich denken kann haben mich die Querdenker mehr interessiert und fasziniert wie die Ja-Sager – vielleicht bin ich von klein auf so geprägt worden, vielleicht auch über den Sport – ich weiß nur dass ich auch heute noch die alten, gelernten und lieb gewonnenen Muster der Herangehensweise gerne benutze.

Lieber Quer-Denker als Ja-Sager!

Ich bin der Meinung dass es vermutlich eher diese Querdenker waren und sind die unser Land, unsere Menschheit immer weitergebracht haben. Natürlich waren sie unbequem, natürlich wurde von ihnen alles hinterfragt und abgewägt – aber schlussendlich sind es genau die Menschen die polarisierend für Epochen stehen.

Leider sind Automobilverkäufer die nicht zu allem „ja, gerne“ sagen, allerdings schnell im Visier der Verkaufsleitung – weil ein Verkäufer der nicht bedingungslos und ohne nachzudenken das tut was die Verkaufsleitung will und vorschreibt, wird vorschnell zum Störenfried und zur Persona non grata. Was dann folgt haben jene „unbequemen Verkäufer“ sicherlich alle mindestens einmal in ihrer Karriere erlebt: Es wird versucht durch „geeignete Maßnahmen“ entweder den Willen oder die Denke des Verkäufers zu beugen oder ihn so galant zu entsorgen – das ist – da sind sich Experten einig: Mobbing!

Autoverkäufer in der Mobbing-Falle

Ich habe schon mehrere Verkäufer erlebt, die – weil unbequem – plötzlich in einer anderen Filliale, 50km weiter weg arbeiten mussten, plötzlich vom Neuwagen- und den Gebrauchtwagenverkauf weggelobt wurden oder auch nur für die Dauer von 4 Wochen disziplinarisch in einen anderen Bereich wechseln durften. Desweiteren habe ich auch sehr sehr erfolgreiche Verkäufer kennen lernen dürfen, deren Verkaufsleiter es nicht „vertragen“ hat dass diese Verkäufer mit mindestens dem doppelten Gehalt am Monatsende nach Hause gegangen sind – und die dann durch die disziplinarischen Mühlen gedreht wurden bis das Gehalt wieder unterhalb der Verkaufsleitung angekommen war. Gerne wurde als Alternative diesen Verkäufern plötzlich auch ein weiterer Verkäufer gestellt, natürlich mit Topfregelung – weil sie ja unmöglich alle Kundenwünsche hätten ableisten können – und somit wurde das Gehalt halbiert – zum Wohle der Kunden versteht sich 😉

Durch Abhängigkeitsverhältnis mundtod

mobbing automobilverkäuferVielleicht liegt in dieser absoluten Abhängigkeit gegenüber Vorgesetzten auch die Kausa „Nein“ versteckt, denn vielen von uns passt derzeit vieles nicht (mehr) – viele von uns hätten auch gerne eine eigene Meinung – und viele von uns hätten auch Forderungen an die Verkaufs- und Geschäftsleitung – allerdings haben noch viel mehr Angst – pure Angst vor den Mobbingversuchen die – gedeckelt durch das Direktionsrecht des Vorgesetzten – dann auf sie fallen könnten.

Mit Verlaub – bei allem was im Thema Compliance in den Unternehmen mittlerweile geprüft und recherchiert wird – diesen dunklen Kanal der absoluten Abhängigkeit vom Wohlwollen des Vorgesetzten hat im Automobilvertrieb, denke ich, noch niemand untersucht – bzw.  geeignete Maßnahmen zur Vermeidung ergriffen – ausser vielleicht ein weiteres Wort creiert: Bossing 

Leider ist es egal wie man es bezeichnet: Mobbing oder Bossing – es ist eine Art Abhängigkeitsverhältnis zwischen Vorgesetzten und Arbeitnehmer und genau wie Compliance gleichbedeutend mit der Einhaltung bestimmter Regeln und damit zur Vermeidung von Regelverstößen in einem Unternehmen – aber die Compliance-Abteilungen der Konzerne untersuchen lieber den verdeckten Hinweis eines Whistleblowers auf eine vermutliche Vorteilsannahme hervorgerufen durch eine vom Kunden geschenkte Pralinenschachtel im Wert von 40 Euro als abnormale Versetzungen von Verkäufern innerhalb einer Handelsorganisation.

Ich würde sogar soweit gehen und behaupten: Wer seinen Querdenkern offen zuhört kann für sein Unternehmen schneller und besser die geeigneten Maßnahmen ergreifen um sein Vertriebsergebnis nachhaltig zu verbessern – aber so lange Kunden bei der Kundenzufriedenheit so lange manipuliert werden bis sie Traumergebnisse am Telefon über Autohaus und Verkäufer verkünden so lange wird auch der unbequeme Verkäufer eher ein Schattendasein fristen und der nette Verkäufer mit „Ja-Sager“-Gen sowohl Aufträge wie auch Karriere bekommen.

Wohl bekomm’s!

By |2013-07-27T09:36:45+00:0006.08.2013|Allgemein|2 Comments

About the Author:

Mein Name ist Frank* ich bin 39 Jahre alt und zertifizierter Automobilverkäufer. Seit nunmehr 17 Jahren verkaufe ich Automobile im Premiumsegment, Hier im Blog schreibe ich über meine persönlichen Erlebnisse und Ansichten. (*Name wurde geändert)

2 Comments

  1. Holger P 7. August 2013 at 12:38 - Reply

    Durch meine lange Erfahrung im Autohaus als Werkstattleiter kann ich beide Parteien von Geschäftsführung ,Verkaufsleiter und Verkäufer verstehen. Der meiste Druck liegt natürlich beim dem Verkäufer. Letztendlich entscheiden die Verkaufszahlen am Monatsende über eine positive Quote. Des weiteren habe ich schon viele Verkäufer erlebt die einen hohen Gehaltspiegel durch viele Verkäufe erwirtschafttet haben.Und in der Regel waren diese Topverkäufer alles „Querdenker“.

  2. Noka 15. September 2013 at 19:37 - Reply

    Hallo Frank,

    Auch das trifft wieder den Nagel auf den Kopf.
    Motto: verkaufst Du zu wenig Autos ,hast Du ein Problem,
    verkaufst Du zu viele Autos hast Du auch eins.

    Gruß Karpat

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